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Auerhaus – Bov Bjerg

Auerhaus… kaum hab ich mich beschwert – fallen mir wunderbare Geschichten in den Schoß! Um Robert Stadlober zu zitieren: ‚Gelegentlich, sehr selten, gibt es Bücher die sind wie Songs‘ – sehr treffend!

Eine davon diese ‚coming-of-age‘ Geschichte aus der Provinz irgendwo im Süden der Republik in den 80ger Jahren. Die Sprache ganz lakonisch, die Bilder treffend und humorvoll – die Geschichte die erzählt wird, ist ernst, manchmal schmerzhaft und auch ebenso urkomisch.
Es fängt sehr genau das Lebensgefühl ein, das man in dieser Zeit des Lebens hat, in man noch sehr auf der Suche nach einer eigenen Identität ist, nirgendwo richtig dazugehört oder auch dazugehören will.

Hier ein paar Zitate:

Er setzte sich. Das sah so ungelenk aus, als wäre ‚er‘ und ’sich‘ zwei verschiedene Personen. Wer setzte sich? Er setzte sich. Wen setzte er? Sich setzte er.

Über die Mauer lugte der untersetzte Turm der evangelischen Kirche herüber wie ein dicker, missgünstiger Zwerg. Gott sei Dank war er eingesperrt.

Frieder sagte: ‚Ich wollte mich nicht umbringen. Ich wollte bloß nicht mehr leben. Ich glaube, das ist ein Unterschied.‘

Hätte man sie vor einer Klausur gefragt: ‚Wozu lebst du eigentlich?‘ hätten sie geantwortet: ‚Das kommt nicht dran, das müssen wir nicht wissen.‘

Ganz klar eines meiner Lieblingsbücher 2015!

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