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Ich will doch gar nicht auf allen Hochzeiten tanzen!

DSC_2576-Bearbeitet-BearbeitetIn meiner Berufswelt sprechen gerade alle von Self-Care, rechts und links meines Weges bleiben Menschen stehen oder verschwinden gar für längere Zeit bei der Abzweigung ‚Burn out‘, also…

..warum ist das dann eigentlich so schwer, das ‚Nein‘-sagen?

Anscheinend habe ich wohl auch das Bild der berufstätigen Mutter verinnerlicht, die nebenher mal ein kleines ‚Familienunternehmen‘ wuppt, sich zum schicken Lunch mit Freundinnen oder Geschäftspartnern verabredet, mit den Eltern, Schwiegereltern zum shoppen geht oder mal eben schnell die Einkäufe/Medikamente vorbeibringt, die Freunde in aller Welt hat, mit denen sie oft und ausführlich Kontakt hält, nebenher steht natürlich jeden Tag ein selbst- und frisch gekochtes Essen auf dem Tisch zu dem die ganze Familie unter dem auf dem weitläufigen und wundervoll gepflegten Grundstück freistehenden Baum tanzend zusammenkommt, danach macht man fröhlich und geduldig noch ein paar Hausaufgabenunterstützungsübungen mit strahlenden Kindern und nach einer Vorlesestunde trinkt man bei guten Gesprächen mit dem Gatten noch ein Gläschen Wein um sich als krönenden Abschluss eines (!) Tages dann des nächtens noch als ideenreiche und überaus verführerische Liebhaberin zu betätigen…

Die muss irgendwie nie ‚Nein‘ sagen.

Dieses Bild leben anscheinend auch viele Menschen aus meiner Umgebung und ich komme mir manchmal vor, als sei ich der einzige Mensch auf Erden, der einfach mal seine Ruhe haben will, der nicht jeden Abend in der Woche unterwegs sein will und am Wochenende noch Sportmannschaften durch Deutschland fährt und in kalten Hallen herumsitzt, der froh ist, wenn kein Radio läuft, und der auch mal  gerne mit sich alleine ist.

Wann immer ich einen Termin absage habe ich ein schlechtes Gewissen und treffe oft auf sehr wenig Verständnis (ist zumindest mein Eindruck).
Dabei merke ich immer wieder, wie sehr mich ein ‚zu viel‘ anstrengt, dass ich in solchen vollgestopften Wochen schlechter arbeite, nicht so gut zuhören kann und auch nicht so präsent bin, überhaupt nicht an meine Kreativität herankomme.

Und jetzt sage ich’s mal hier ganz im geheimen… mein größter Luxus sieht so aus: Aufwachen ohne Wecker, in Schlumpinchen-look in aller Ruhe und Ausführlichkeit Kaffee trinken und Zeitung von hinten bis vorne lesen und vor mir ein ganzer Tag ohne einen einzigen Termin!

Geht das wirklich nur mir so? Woher nehmen all die anderen die Kraft?

Nun, bis ich das rausgekriegt habe, muss ich wohl lernen, mein ‚Nein‘ häufiger zu sagen und die hochgezogenen Augenbrauen zu ignorieren. Vielleicht eine gute Überschrift für 2016?

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