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All That is Solid Melts into Air – Darragh McKeon

solidAls 1986 die Nuklearkatastrophe in Tschernobyl geschieht, weiss niemand, was dieses Unglück wirklich bedeutet, welches Ausmass es annehmen würde. Die Menschen, die um das Atomkraftwerk herum wohnen, sind nicht vorbereitet oder gewarnt, sie werden fast ohne Vorwarnung aus ihren Häusern evakuiert und aus der Heimat weggebracht – in Lagern gesammelt ohne wirklich zu wissen, was mit ihnen passiert, ohne Plan oder Fürsorge ihrem Schicksal überlassen.

Die Verantwortlichen im Kraftwerk selbst wissen nicht, welche Notfallmaßnahmen einzuleiten wären, unwissend stürzen sich Arbeiter in die Flammen und Giftwolken, es mangelt an allem, aber vor allem wohl an Aufklärung und Wissen.

Vor diesem Hintergrund erzählt McKeon die Geschichten seiner Figuren, die auch ein Bild der Sowjetunion ahnen lassen, in der man für Wahrheiten bestraft werden konnte, wenn sie nicht in das von der Partei vorgegebene Raster passen wollten, in der man sich kompromittieren musste, um zu überleben, in der Angst und Gewalt an der Tagesordnung waren.

Für mich war es nicht das beste Buch des Jahres, wie es auch schon beschrieben wurde, aber ganz sicher ein sehr lesenswertes.

Ich würde es als eine Mischung aus Zeitbild, Gesellschaftskritik und Liebesgeschichte bezeichnen, die vielen Handlungsstränge verweben sich nach und nach miteinander und bleiben doch einzeln erkennbar und ergeben zum Ende ein vielschichtiges Bild dieser Ära.
Sehr gelungen und trotz des dunklen Szenarios nicht hoffnungslos.

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