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Ausrüstung

Auch was die Ausrüstung betraf, war Marrakesch für mich Neuland.

So ein paar Grundsätzlichkeiten waren ja schon vorab klar: wenig Platz, dunkel, auffällige, teure Kameras nicht sehr ratsam – und natürlich auch noch diese Idee, wieder mehr ’street‘ zu fotografieren und der Wunsch, nicht mehr so viel schleppen zu müssen.
Daher blieb zum allerersten Mal die Nikon zu Hause, im Zuge von ‚Einschränkung ist auch Befreiung‘ habe ich mich am Ende für das ganz kleine ‚Besteck‘ entschieden: die Fuji mit zwei Objektiven und eine Notfalldigi, die Panorama-Pinhole und eine Notfallpinhole. Das wars.
Kein großes Stativ (jaaaa!!! ), nur das Mini-Stativ für die Pinhole.
Die beiden ‚Hauptkameras‘ haben auch ganz bequem in die neue Fototasche gepasst, zusammen mit den anderen Notwendigkeiten des Lebens wie Labello, Geldbeutel, Flugticket und Pass. Ich bin also losgezogen mit einem relativ kleinen Koffer und einer Handtasche – sonst nix, kein Fotorucksack, keine Stativtasche – das alleine war schon eine echte Erleichterung – und ein weiterer netter Effekt: man kann das alles auch ganz einfach im Blick behalten 💡 .

Schon am ersten Tag zeigte sich, dass das die richtige Entscheidung war, in den engen Straßen und Gassen der Altstadt Marrakeschs war das 18mm genau das richtige Objektiv und für unauffälliges, nicht störendes, schnelles Fotografieren ist die Fuji geradezu gemacht. Naja – der Autofokus hätte durchaus etwas schneller sein dürfen – oder ich hätte den verfolgenden AF nehmen sollen, aber wenn man aus der Hüfte fotografiert, also nicht durchgucken kann, weiss man auch nicht, was der verfolgende AF gerade verfolgt 😯 – da war mir die feste Einstellung etwas berechenbarer.
Damit muss ich sicher noch ein bisschen experimentieren, da denke ich auch vielleicht noch zu sehr ‚Nikon‘.
Grundsätzlich ist die Ausbeute wirklich gut, dafür dass wir beide uns ja noch nicht wirklich so gut kennen 😉 bin ich super zufrieden.

An den folgenden Tagen habe ich das zweite Objektiv dann schon garnicht mehr mitgenommen und hab mich dann auch sehr schnell entschieden nur noch mit dem 18mm zu fotografieren.

Der Wechsel vom digitalen Fotografieren zum Fotografieren mit der Lochkamera ist allerdings immer wieder eine Herausforderung – wie schon im vorherigen Post geschrieben muss man seine Umgebung ganz anders betrachten und man braucht einfach sehr viel mehr Zeit für ein Bild. Und natürlich für die vielen Gespräche, die man führt, weil die Leute wissen wollen, was das denn für ein Holzkistchen ist – ich habe jetzt endlich auch das Wort für Lochkamera auf französisch gelernt, weil mich dort so viele französisch sprechende Menschen danach gefragt haben (Sténopé) – hat aber nicht viel geholfen, da die allermeisten auch mit dem richtigen Wort dafür nicht wussten, was das ist 😆 –  aber wenigstens ich habe meinen Französisch-Wortschatz erweitert.
Ich möchte die Lochkamera allerdings auf keinen Fall mehr missen, ich mag es, einen zweiten Rundgang mit ‚anderem Blick‘ zu machen, auch mag ich die Gespräche, die sich eigentlich immer ergeben, auch wenn ich das noch nicht immer zufriedenstellend erklären kann, vielleicht bastele ich mir da mal ein kleines Kärtchen oder so, sonst ist es auch manchmal etwas unbefriedigend für beide Seiten. Einige glauben wohl auch noch, dass ich damit Filme drehe – bei dem Wort ‚Film‘ denken manche offensichtlich gar nicht mehr an Fotografie…
Und es bleibt natürlich auch immer ein wenig spannend: sind die Bilder was geworden, was ist denn eigentlich nun wirklich drauf (man hat ja keinen Sucher), passt die Belichtung?
Und sie fallen mir nicht in den Schoss, ich muss umspulen, Chemie ansetzten, kippen, waschen, trocknen, scannen … etwas ganz anderes als die Speicherkarte in den Rechner zu stecken und die Bilder schnell herunterzuladen und zu verschlagworten 😀 .

Mein Fazit nach dieser Reise: die Fuji ist eine ganz wunderbare Reisebegleiterin, sie eröffnet mir neue Möglichkeiten, der lautlose Auslöser ist GENIAL UND FANTASTISCH, ist einigermaßen gutmütig, die Objektive sind Spitzenklasse, lichtstark, scharf UND klein – da wächst mir jemand ans Herz!!

P.S. Und wie man sieht, komme ich auch mit der Panoramafunktion immer besser zurecht 😉 !

9 Comments

    • Katrin Katrin

      Hallo Jolomy,
      So ganz Nebensache ist die Ausrüstung für mich nicht, ich muss schon auch das Handling der Kamera mögen – zu viele Knöpfchen machen mich wahnsinnig und zu leicht mag ich auch nicht – da bin ich nicht ganz so unkompliziert.
      Aber ich finde gerade den zweiten Spruch den Du zitiert hast ganz wunderbar zutreffend: die Kamera muss zur Aufgabe passen, für manche Projekte ist eine Toycamera wie z.B. die Holga einfach perfekt, manchmal braucht man aber Lichtstärke und Autofokus!
      Gut, wenn man Dann die Wahl hat!!! Liebe Grüße Katrin

      • Jolomy Jolomy

        Moin Katrin,

        schon mein Großvater fotografierte mit einer 9×12 cm Plattenkamera und entwickelte die Glasscheiben selbst, obwohl seine Zeitgenossen bequemer mit ihren Kodak Brownie-Kameras Erinnerungsfoto knipsten. Zwei seiner schweren (Glas) Schalen nutze ich heute noch in meiner SW-Dunkelkammer für Formate bis 13×18 cm auf Barytpapier. Als Kind überließ mir mein Vater seine Kodak Retina Meßsucherkamera mit fester Brennweite (50 mm) und seine Exakta Ausrüstung (35 und 85 mm) noch ohne Springblende und automatischen Rückschwingspiegel, aber wahlweise mit Prisma oder Lichtschacht! Technik begeistert, orientierte ich mich anfangs am Equipment der Stern Fotografen (Volker Hinz etc.) bis mich mal einer dieser Profis zur Seite nahm und mir „unscharfe“ aber prämierte Fotos zeigte. Während des Studiums entdeckte ich dann meine Kamera – eine Nikon FM mit dem Nikkor 2/35 – ohne die ich selten das Haus verließ.. Leider wurde mir die komplette Nikon Ausrüstung gestohlen. Glücklicherweise schenkte mir mein Vater als Ersatz eine Leica M4-P (ohne jegliche Elektronik) mit dem Summicron M 2/35 mm plus einer Bereitschaftstasche, die die Kamera inklusive Gegenlichtblende unterwegs prima schützt. Diese Traumausrüstung hätte ich mir als Student damals nicht leisten können. Später kam dann noch ein zweites Gehäuse mit Lichtwaage (wie bei der FM) sowie ein 2,8/90 mm Tele dazu. Beide Kameras sind noch heute in Gebrauch, meist mit Ilford Filmen (FP4+ mit ISO 100 belichtet und in Ilford Perceptol entwickelt oder gegentlich den HP5+ mit ID-11 oder Microphen verarbeitet) bestückt und auf Reisen mit Diafilmen, die gerahmt vom Labor ohne PS & Co. eine Woche nach dem Versand zum Einsortieren in die Magazine zur Projektion im Format 1 x 1,5 Meter per Post eintreffen …

        Beste Grüße

        Jolomy

        • Katrin Katrin

          Hallo,

          mit Glasplatten arbeite ich auch noch manchmal, das ist schon eine sehr intensive Art der Fotografie! Und so zerbrechlich!!!

          Mir wurde auch meine komplette Kamerausrüstung bei einem Einbruch in Mexiko gestohlen – samt Unterwasserausrüstung. Leider hat mein Vater keine Leica zum Verschenken gehabt 😉 – ich habe mir dann damals eine Minolta gekauft – mit der ich allerdings nie richtig warm geworden bin. Das war so meine erste Erfahrung mit Ausrüstung, die nicht wirklich gut zu mir passt – das hat auch tatsächlich für mich den Spaß am fotografieren geschmälert.
          Entlastung kam dann, als ich mir eine Nikon FM3 zugelegt hatte – ab da war die Welt wieder in Ordnung – und seitdem bin ich Nikon treu geblieben. Eine Nikon war eigentlich immer meine ‚Hauptkamera‘ – aber das änderst sich wohl gerade!

          Hast Du denn auch noch eine nasse Dunkelkammer? Und printest selbst?

    • Jolomy Jolomy

      Beeindruckende Fotos entstehen oft, wenn der Fotograf etwas gerne macht und vollkommen in der Situation aufgeht, weil es ihm in dem Moment Freude bereitet. Psychologen nennen so etwas Flow.

      (Joachim Schuhmacher, siehe oben)

  1. Jolomy Jolomy

    Wenn Du die FM3 alle paar Monate mit allen Belichtungszeiten durchspielst, bleibt sie geschmeidig. Denn das KB-Format bietet gestalterisch schon einige Vorteile bei der Aufnahme im Vergleich zu APS-C & Co.! Das muß natürlich nicht die Ergebnisse beeinträchtigen, da man sich mit jeder neuen Kamera eingewöhnen kann. Farbnegativfilme lassen sich übrigens gut scannen – inklusive manuellem Weißabgleich – und die Dateien eignen sich für PS als Vorlage bestens, denn PS wurde vor über 25 Jahren für das Scannen in der Vordruckstufe konzipiert.

  2. Jolomy Jolomy

    Das Panoramabild (oben) und die drei quadratischen Motive (rechts) erinnern mich wieder daran, einmal ein Landschafts-Triptychon anzufertigen. Also drei Fotos mit Zwischenräumen in Reihe zu einem Panorama kombinieren. Für meine Reise in die Bretagne werde ich dazu den Kodak Portra 160 verwenden (24×36/60×60). Diesen 120iger Farbnegativfilm belichte ich seit einigen Jahre sowohl für Portraits als auch für Landschaftsaufnahmen. Die bis August 2017 datierten 135iger Rollen erstand ich heute in der 5-er Schachtel direkt aus dem Kühlregal meines Fotofachgeschäftes in Hamburg. Dort werden die Farbnegativfilme später auch entwickelt und selbstverständlich in separaten Negativtaschen fachgerecht ausgeliefert. In meinem Kühlschrank zuhause lagern noch 5 Rollfilme des Kodak Portra 160, sodaß ich mich entscheiden muß, welche Kamera mit auf Reisen geht. Die 6X6 SLR verfügt über ein Fadenkreuz auf der Mattscheibe und das Stativgewinde ist im Schwerpunkt der Kamera mit angesetztem Magazin und Gegenlichtblende platziert, folglich auch für mein kleines Tischstativ via Gewindeadapter notfalls geeignet. Da ich jedoch mit dem Auto reisen werde, kann ich aber auch mein schweres Holzstativ mit der 3/8″ Schraube mitführen.
    Sehr viel schwieriger dürfte es jedoch sein ein passendes Motiv für ein horizontales Triptychon aufzuspüren, drei Perspektiven mit Wechselwirkung für ein Gesamtpanorama zu finden und natürlich alles bei gutem Licht (vielleicht zur „Blauen Stunde“ ?) ab Stativ zu fotografieren …

    • Katrin Katrin

      Ja, das ist wahrlich schwierig, ein Tryptichon zusammenzustellen!

      Ich arbeite eigentlich nicht mit Farbnegativfilmen, für dieses Projekt habe ich mich das erste mal damit befasst.
      Und die Ergebnisse gefallen mir auch ganz gut, wahrscheinlich aber sollte ich mich doch mal auf den Weg zum ansässigen Fachgeschäft machen um die Filme dort entwickeln zu lassen – es hat so schlechte Öffnungszeiten für mich, dass ich das bisher vermieden habe ☺️.

      Bretagne – da war ich letztes Jahr und war hingerissen! Ich wünsche viel Spass und gutes Licht und die richtige Entscheidung bei der Kameraauswahl , obwohl man sich doch im Auto eigentlich nicht sooooo beschränken muss…

      • Jolomy Jolomy

        Ja, im Auto ist reichlich Platz für das Equipment, allerdings erlaufe ich mir den favorisierten Standort per pedes. Meine Rollfilmkamera transportiere ich mit angesetzter Gegenlichtblende in einer passenden Fototasche mit Klettverschluß – insgesamt rund 2,1 kg über der Schulter. Im Gelände findet diese Ausrüstung inklusive der Fototasche Platz in meinem Rucksack, in dem ich auch noch das kleine Tischstativ mit dem Kinoneigekopf einstecken kann. Wenn immer möglich, verwende ich ein Stativ, um den Ausschnitt zu justieren und ein Verkanten zu vermeiden – falls es das Motiv erlaubt auch mit der KB Meßsucherkamera oder der FT DSLR. Den Kodak Portra 160 gibt es erst seit 2011! Wenige Minuten nach dem Sonnenuntergang hat das Licht einen Lichtwert von LW = 10, was ab Stativ Blende 5,6 mit 1/60 sec. @ ISO 160 oder Freihand Blende 2,8 und einer 1/250 s mit der KB Standardbrennweite entspricht. Die belichteten Filme werde ich gebündelt per S&U-Bahn zur Entwickung bringen, später zuhause zur Ansicht und Auswahl mit einem Photoscanner einlesen und mit PS CS für unsere iPads konfigurieren. Die drei Vorlagen zum Triptychon lasse ich dann im Format 20×20 oder 30×30 im Fachlabor auf Fujicolor Crystal Archive Paper ausbelichten inklusive einem Farbabgleich. Das Passe Partout schneide ich nach Maß und der Nielsen Rahmen dazu kommt vom Glaser um die Ecke …

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