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Earned Value Analysis – oder warum ich Zeitdruck brauche

Ist das eigentlich bei Euch auch so? Für die letzten 5% des Projektes brauche ich fast 25% der gesamten Zeit – naja, ist vielleicht ein bisschen zugespitzt 😉 – aber letzte Woche fühlte es sich bei mir auf jeden Fall so an.
Ich entwickle da auch oft einen richtigen Hang zum Perfektionismus, dann stört mich auf einmal auch ein Knick in der Hülle in die das passepartourierte Bild kommt (!!!).
Ich denke auch darüber nach, ob das vielleicht auch daran liegt, dass es mir doch immer wieder relativ schwer fällt, ein Projekt abzuschliessen, eine endgültige Auswahl zu treffen. Vielleicht schiebe ich das mit dem herumpusseln an Mini – Kleinigkeiten auch nur noch ein klein bisschen hinaus – wer weiss schon, was da alles in einem tickt?

Ich merke allerdings immer wieder dass ich

a) eine Deadline brauche – auch eine selbst gesetzte, aber das gibt den nötigen Druck, alles andere mal liegen zu lassen (oder wenigstens hintenanzustellen) und die Bilder, den Text usw. fertigzumachen. Und

b) dass mir das doch immer wieder passiert, dass ich vermeintlich fertig bin und nur noch das Passepartout machen muss, oder eine Karte schreiben und dann fällt mir doch noch irgendwas Klitzekleines auf … und dann drucke ich das Bild dann doch noch mal, oder suche ein anderes aus, oder verändere die Tonung, oder …
Ich plane zwar in der Regel schon großzügig Zeit ein, aber am Ende brauche ich meist auch noch genau diesen Zeitrahmen 😉 .
Irgendwann kommt dann meist der Punkt, an dem klar wird, dass ich meine Deadline nicht halten kann, wenn ich nicht aufhöre, an den Kleinigkeiten herumzuschrauben und erst dann gelingt es mir, loszulassen und einfach linear weiterzuarbeiten, was gerade anliegt. Offensichtlich hilft mir der Zeitdruck, Dinge abschliessen zu können – und um das Verhältnis Projektfortschritt zum Arbeitseinsatz (siehe Überschrift) nicht noch unvorteilhafter weden zu lassen 😀

Kennt das noch jemand??

Diesmal hat dann auch mein Drucker (wieder einmal) den Druck erhöht, jetzt geht der Papiereinzug nur ab und zu.
Anscheinend muss ich mich doch langsam mal ernsthaft mit einem neuen Drucker auseinandersetzen – davor graut es mir doch gehörig: abgesehen von den Anschaffungskosten wird es auch wieder eine ganze Menge Arbeit und Versuche  brauchen, bis wieder das auf dem Papier ist, was ich auf dem Bildschirm habe 😯 .

6 Comments

  1. Jolomy Jolomy

    Der Bildaufbau und die Bildkomposition haben nichts mit dem Handwerk der Fotografie zu tun, sondern gehören zum zweiten Bereich – der Kunst.
    (Joachim Schuhmacher @ http://www.foto-schuhmacher.de)

    Das Handwerk der Fotografie zu perfektionieren, kann eine erfüllende Aufgabe sein. Sekundenschnell die Brennweite wechseln, Licht arrangieren und für das gerahmte Foto im Passe Partout die Kontraste und die Helligkeit etc. fein abzustimmen hilft eine gelungene Bildkomposition besser zur Geltung zu bringen.

    Nicht mehr und nicht weniger!

    Die linke Hemisphäre gelangt über die Zeit zur Analyse, die rechte über den Raum zu Synthese.
    (Jerre Levy, Differential Perceptual Capacities in Mayor and Minor Hemispheres, 1968)

  2. Katrin Katrin

    Stimmt alles – und schon Karl Valentin sagte: Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit!

  3. Ja, liebe Katrin, geht mir ganz genauso. Wobei selbstgesetzte Deadlines ohne Kontrolle von aussen, leider nie diesen Effekt haben ;-).

    LG, Conny

    • Katrin Katrin

      Schön zu hören, dass man da nicht alleine ist .
      Das mit den internen Deadlines klappt bei mir eigentlich ganz gut, wenn nicht, gebe ich das an FreundInnen ab, die dann regelmäßig nachfragen – dann klappt’s sicher!

  4. Joe Lucky Joe Lucky

    Diamanten entstehen nur unter Druck 😉 !

    • Katrin Katrin

      Was für ein netter Hinweis!
      Danke!

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