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Playdate I – Stilleben

PrintAlso, ums gleich vorneweg zu sagen: HARTE Arbeit!

Ich hab mir einen ganzen Vormittag Zeit geblockt, um mich da in Ruhe daran versuchen zu können, ich hatte mir schon gedacht, dass es einige Zeit dauern könnte, bis ich mich ‚warmgeschossen‘ habe und eine Bildidee gefunden habe.
Ich hatte mir vor einiger Zeit für die Wetplates (nasses Kollodium-Verfahren) ein paar Bildideen überlegt  und dachte mir, ich versuche mich einfach daran weiter – vielleicht kommt ja auch noch ein Aufbau für Wetplates dabei raus.

Insgesamt habe ich fast fünf Stunden wirklich konzentriert gearbeitet – aber der erhoffte Moment ‚in dem es läuft‘ kam leider gar nicht. Mich hat das Ganze unglaublich genervt, das Stativ, die Lichtaufbauten, so vieles musste hin und hergeschoben werden, das Arrangieren der Objekte – das ist einfach nicht so meine Welt.
Ich kann wirklich sehr geduldig auf das richtige Licht warten, auch auf den richtigen Menschen vor dem gewünschten Hintergrund – aber ich möchte meine Bilder finden – oder mich von ihnen finden lassen – was ich wirklich gar nicht mag und daher auch nicht besonders gut funktioniert, ist das Arrangieren von Objekten.

Mit den Ergebnissen war ich auch wirklich überhaupt nicht zufrieden. Wenn ich ehrlich bin: ich hätte kein einziges mehr angefasst geschweige denn bearbeitet oder präsentiert. Da das aber nun einmal Teil des Deals war, hab ich die paar, auf die ich mich ansatzweise einlassen konnte, bearbeitet und zusammen mit meiner Unzufriedenheit und Frust in unsere Facebookgruppe gestellt.

Connys Antwort hat mich dann komplett überrascht:

Also ich finde deine Stillleben sehr künstlerisch, abstrakt und geheimnisvoll. Das ist eine neue Art von Stillleben 😀. Man rätselt, was du da überhaupt fotografiert hast. Und wie? Mehrfachbelichtungen oder durch ein Glas hindurch? Sehr stark! Schön, dass du dir die Mühe gemacht hast, dich noch näher mit den Bildern zu befassen. Das Dunkle sieht total schräg aus. Sehe ich da ein Auge?

Wow.

Anscheinend haben mein Ärger und meine Anstrengungen auch den Blick auf die Bilder beeinflusst.
Ein fremder Blick sieht etwas ganz anderes und das zeigt mir einmal wieder, wie sehr man selbst doch auch bei der Bildbetrachtung und Bildbeurteilung beteiligt ist.

Fazit: auch wenn es nicht ‚mein Ding‘ ist – und wohl nicht werden wird – war es gut, sich damit zu beschäftigen.
Die Tatsache, dass jemand anderes auch etwas ganz anderes sieht und erfährt, war sehr bereichernd. Und falls ich in Zukunft eigene Bilder beurteilen möchte, die mir bei der Aufnahme nicht so viel Freude gemacht haben, sollte ich definitiv etwas Zeit vergehen lassen. Solange die Anstrengung für mich noch zu spüren ist, sollte ich wohl besser keine Urteile fällen 😉 .

… passt vielleicht auch in andere Lebensbereiche?

 

3 Comments

  1. Joe Lucky Joe Lucky

    Der Übertrag Deiner Erfahrung auf andere Lebensbereiche hat zwar nur am Rande mit Fotografie zu tun, ist aber ein faszinierendes Fazit. „Perception is reality“ neu gedacht. Die Bilder sind wirklich einzigartig. Am schönsten finde ich das mit den Schmetterlingen – jedenfalls sehe ich da welche 😕

    • Katrin Katrin

      Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das mit dem Rand wirklich so stimmt – je länger ich mich mit Fotografie beschäftige, desto deutlicher wird mir, wie viel von mir selbst sich in fast allen Bereichen wiederfindet 😉 .

      Perception makes reality – mine but everyone else’s as well! Das stecke ich mir mal an den Spiegel.

      … und ja, da sind Schmetterlinge 😀

  2. Jolomy Jolomy

    Ich kann wirklich sehr geduldig auf das richtige Licht warten, auch auf den richtigen Menschen vor dem gewünschten Hintergrund – aber ich möchte meine Bilder finden – oder mich von ihnen finden lassen – was ich wirklich gar nicht mag und daher auch nicht besonders gut funktioniert, ist das Arrangieren von Objekten.

    Das entspricht der Arbeitsweise einer progressiven Fotografin – einfühlsam, unauffällig, scharf beobachtend und schnell reagierend, um den fotografischen Kulminationspunkt intuitiv auf die 1/100 Sekunde exakt zu treffen …

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