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Playdate I – Motivsuche an uninspirierenden Orten

PrintDie Playdates waren offensichtlich so anregend, dass ich nicht mal über alles erzählt habe, was ich ausprobiert habe – ich habe gar nichts über meinen Parkplatz-Ausflug berichtet.
Diese Serie schiebe ich jetzt doch noch mal hinterher, daran konnte ich auch für mich noch einmal erkennen, wie ich Motive finde, wie ich persönlich zu Bildern komme.

Der Trend in der Landschaftsfotografie ist wohl gerade immer exotischere und schwieriger zu erreichende Landschaften zu besuchen und abzulichten, früher war zum Beispiel Island ein Geheimtipp und nur ganz wenige haben sich auf die mühsame Reise begeben – heute kann man fix und fertige Fotoreisen nach Island buchen, bei denen man manchmal sogar eine Garantie auf ‚die Bilder seines Lebens‘ bekommt (so ähnlich heute gelesen in einer Werbemail für eine Fotoreise – allerdings nicht nach Island, sondern nach Namibia).
Ich habe natürlich überhaupt und gar nichts dagegen, selbst an wunderschöne Ecken der Welt zu reisen und diese dann auch zu fotografieren 😉 . Aber unsere Aufgabe war ja ‚das Gegenteil‘ und so habe ich mir einen ganz und gar unaufregenden und unspektakulären Ort ausgesucht: den Parkplatz des Supermarktes hier am Ortsrand am Sonntag nachmittag.

Anfangs war ich ein wenig verloren und habe doch eine Weile gebraucht, um meinen Blick zu finden (und auch die glücklicherweise wenigen Passanten zu ignorieren, die mir doch ziemlich hinterher gestarrt haben, um herauszufinden, was ich da so treibe).
Das erste Bild war glaube ich ein Flaschenverschluss in rot, dann ein paar in blau … und auf einmal lief’s.

Vor ein paar Tagen habe ich dann dieses Zitat zum Thema Inspiration von Chuck Close (Maler und Fotorealist aus USA) gefunden, und da fiel mir zuerst einmal auf , dass ich die Parkplatz-Serie bei meinem Bericht vergessen habe 😯 – und dass das für mich ganz oft genau so funktioniert und stimmt. Ich muss in der Regel das erste Zipfelchen an Interesse finden – dann entwickelt sich das Weitere ganz von alleine und manchmal auch sehr weit weg vom Start – die Flaschenverschlüsse habe ich dann ziemlich schnell nicht mehr weiterverfolgt 😉 .

This advice I like to give young artists, or really anybody who’ll listen to me, is not to wait around for inspiration. Inspiration is for amateurs; the rest of us just show up and get to work. if you wait around for the clouds to part and a bolt of lightning to strike you in the brain, you are not going to make an awful lot of work. All the best ideas come out of the process; they come out of the work itself. Things occur to you. If you’re sitting around trying to dream up a great art idea, you can sit there a long time before anything happens. But if you just get to work, something will occur to you and something else will occur to you and something else that you reject will push you in another direction. Inspiration is absolutely unnecessary and somehow deceptive. You feel like you need this great idea before you can get down to work, and I find that’s almost never the case.

Hier nun also meine Ergebnisse:

 

6 Comments

  1. Joe Lucky Joe Lucky

    Für den Laien erstaunlich, was man aus so simplen Dingen wir Straßenmarkierungen machen kann. Und es bietet netten Raum für persönliche Interpretationen … mit wenig Anstrengung kann man darin Sinnbilder erkennen. Mein unkünstlerisches Urteil: sehr gelungen … sehr schön !!!

  2. Katrin Katrin

    Vielen Dank!
    Wenn es gelingt, sich von dem ‚eigentlichen‘ Sinn des Objektes zu lösen, kann man dann sehr schnell in ganz andere Ecken kommen…
    Auch das ist eine Seite am Fotografieren, die mir immer wieder viel Freude macht – man kann manchmal auch ein wenig in sich selbst hineinschauen, was da so zum Schwingen kommt…

  3. Joe Lucky Joe Lucky

    Wie wahr ! Ein Pfeil nach Rechts (das meine ich vollkommen unpolitisch … könnte auch nach links sein 🙂 ), der wohl erst nachträglich angebracht wurde und eine Abbiegemöglichkeit anbietet, die scheinbar ursprünglich nicht vorgesehen war … bestimmt schon 1000 mal an so einem Ding vorbeigefahren ohne, dass es irgendeinen Gedanken auslöst. Wirklich bemerkenswert, wie Du es schaffst durch Perspektive, Ausschnitt (und sicher einigen mir unerklärlichen Fotografenzaubereien) der Einzigartigkeit von Alltäglichem so viel Raum zu geben.

    • Katrin Katrin

      Nochmal vielen Dank – kann mich da sehr darüber freuen, dass Du Dich da so darauf einlassen kannst . (und Zaubereien waren da gar nicht notwendig…)

  4. Guten Morgen Katrin!!

    Ich komme zugegebenermaßen etwas spät mit meinem Kommentar aber ich muss Dir trotzdem schreiben, dass ich die Serie und diesen Blogbeitrag sehr gelungen finde. Das Zitat von Chuck Close deckt sich sehr mit dem, was ich aus der Entwurfsarbeit als Architekt kenne (auch wenn ich mittlerweile viel zu selten entwerfe) und es ist ein Stück weit mein Mantra in der Fotografie. Die Bilder eines -auf den ersten Blick – uninspirierenden Ortes sind eine wirklich gelungene Illustration dazu. Und gleichzeitig eine gelungene ‚Workshop-Übung‘ im Sinne des Buches von Robert Mertens. Toll!

    Grüße aus dem Süden: Steff

    • Katrin Katrin

      Lieben Dank – späte Kommentare schaden gar nicht – ich komme ja auch nicht immer gleich zum Kommentieren.
      Freut mich, dass Du da so gut mitkannst und für mich beweist es sich auch immer wieder – im Tun kommen die Ideen und die Inspiration.

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