Skip to content

Ankunft in Crozon

Ein bisschen zögerlich habe ich die Anfahrt beendet und bin in Crozon angekommen. Das unterwegssein war wunderbar, ich habe auf der Fahrt meine Gedanken spinnen können. Wie auch beim Laufen tut es gut, den Körper und einen Teil des Geistes mit Routineaufgaben zu beschäftigen – das gibt das restliche Bewusstsein fürs Träumen und spintisieren frei 😀

Auf meine Solo-Reisen probiere ich immer auch ein wenig aus ‚wie es sich anfühlt‘ allein zu sein, niemand der auf mich wartet, niemand der Ansprüche an mich hat, niemand der sich mit mir freut, niemand der Momente mit mir teilt.
Weite Abschnitte meines Lebens habe ich mein Denken und Tun auf andere bezogen, manchmal aus Notwendigkeit, oft auch freiwillig. Es ist immer noch neu und ungewohnt, mich über längere Zeiträume nicht im Familienkontext zu bewegen, der in der Regel Strukturen und Aufgaben und auch Erwartungen vorgibt. Einschnitte wie beispielsweise Martins Tod zeigen mir doch aber immer wieder, dass man auch am Ende des Lebens alleine stirbt, so sehr man sich auch auf andere bezogen hat, spätestens im Moment des eigenen Sterbens wird bewusst, dass das einem niemand abnehmen kann. In manchen Momenten leite ich daraus ab, dass man sein ganzes Leben allein ist. Eine übergrosse Bezogenheit auf andere lenkt vielleicht nur von dieser Tatsache ab (manchmal willkommenerweise).

Wichtig ist wohl, dass man so oft wie möglich sehr bewusst lebt, und nicht allzuvieles unhinterfragt hinnimmt.
Wer auch immer am Ende abrechnen mag, bezahlen werde ich alleine.
Aber hoffentlich nicht allzu bald – jetzt stürze ich mich erstmal in dieses Workshop-Abenteuer!

Und habe heute schon mehrere Mini-Abenteuerchen bestanden, nämlich:
– tanken an französisch sprechenden Tankautomaten
– Französisch radebrechend Essen bestellen und auch das bekommen, was ich wollte (jaaaa!)
– war kurz der Meinung, dass ich ja mein Fasten auch mal unterbrechen könnte und hab mir eine Flasche Wein gekauft, die ich dann gleich beim Transport vom Auto ins Häuschen samt der Tasche mit den warmen Klamotten hingeschmissen habe – also allererste Aktion hier war Scherben klauben, Wein wischen und lange Unterwäsche und Wanderhosen auswaschen… das mit dem Wein hatte ich mir anders vorgestellt…

Das Häuschen hier in der Feriensiedlung ist ganz niedlich, die kleine Terrasse liegt abends in der Sonne, und die Heizung geht!
Die Gruppe habe ich mittlerweile auch getroffen, im Moment erscheint der Haufen doch noch ganz schön bunt zusammengewürfelt, Max und Roland sind aus der SW AG dabei, daher waren wenigstens nicht alle Gesichter fremd. Morgen früh starten wir um 6:45 – ‚warten auf das Licht‘ – naja, solange ich nicht reden muss, werde ich das schon irgendwie auch hinkriegen (und Kaffee nehm‘ ich mit!)

Be First to Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.