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Über Er- und Beleuchtungen

Heute wurde ein Phänomen diese Workshops ganz besonders deutlich – die meisten der Mitreisenden sind lichtscheu 😉 – der am häufigsten zitierte Weidner-Ausspruch in den letzten Tagen war ‚Sch…-Sonne‘.
Natürlich lässt sich das nachvollziehen, diffuses Licht gibt keine harten Schatten, gibt wunderbar feine Grauwertabstufungen, das ist für eine bestimmte Art zu sehen und Bilder zu machen wirklich geradezu Voraussetzung –
aber was machen diese Fotografen, wenn die Sonne scheint?
Jetzt weiss ich es: sie verlassen den Strand.

Wäre es denn nicht reizvoller, sich an das Licht anzupassen, als es zu vermeiden? Könnte man nicht auch noch etwas lernen, wenn man mit den sich ergebenden Kontrasten arbeitet?
Natürlich bedeutet das ein anderes fotografieren, ich sehe und gestalte völlig andere Bilder, wenn es Schatten und Kontraste gibt, als wenn es diese nicht gibt – aber ist denn das nicht auch ein wenig der Reiz, dass ich meinen Blick schule und schärfe – in dem ich auch unter im ersten Moment ’nicht perfekten‘ Bedingungen Bilder finde?

Und beginnt nicht da wirklich ein spannendes Abenteuer, wenn ich meine Komfortzone verlasse und mich an etwas Neues wage? Damit meine ich natürlich nicht die, die sich gerade erst mit Fotografie auseinandersetzen, sondern die ‚Alten Hasen‘, zu denen ich mich mittlerweile schon auch zähle und zu denen auch ganz sicher einige der Workshop-Kollegen gehören.

Davon abgesehen kann man es ja auch nicht ändern, daher propagiere ich denke ich mal weiterhin, dass man am besten fährt, wenn man versucht, mit dem zurechtzukommen, was man hat, statt um das zu trauern, was man gerne hätte.
Da wären wir nun wieder beim philosophischen Teil der Fotografie 😉

Nun, auf jeden Fall blieb ich heute allein zurück, was ich auch sehr genossen habe. An jedem der kleinen Pools, die das Wasser bei Ebbe zurücklässt, habe nach den Feen Ausschau gehalten, die es hier geben soll und war wieder einmal umgeben von zackigen Drachenschuppen. Vielleicht bin ich besonders anfällig für die bretonischen Fabelwesen, aber diese Landschaft, diese Buchten wirken auf mich wirklich wie Märchenwelten.
Es war mir auch gar nicht so sehr bewusst, dass so viele meiner Lieblings-Geschichten aus der Kindheit hier in der Bretagne spielen, angefangen von der Merlinsage bin hin zu Tristan und Isolde. Wundern tut es mich mittlerweile allerdings nicht, dass die Bretonen so viele Mythen und Sagen haben, es ist manchmal wirklich schwer zu glauben, dass man sich so nah an der Zivilisation befindet, so fremd wirkt die Umgebung zum Beispiel in einer Bucht bei Ebbe.

Das Problem am alleine zurückbleiben allerdings sind meine legendären Orientierungskünste… ganz besonders, wenn ich mich so auf diese Märchenwelten eingelassen habe, passe ich leider nicht wirklich gut auf, wie weit ich gegangen bin – oder wo ich herkam.
Was dazu führen kann, dass man in der falschen Bucht nach dem Ausgang sucht und ein paar spannende Minuten verlebt, in denen man doch etwas bedrückt die Linie sucht, die den Höchsttand des Wassers markiert, natürlich immer mit der Stimme im Kopf, die etwas von ‚Springflut‘ murmelt… bis man dann merkt, dass man schon eine Bucht zu weit gegangen ist und somit ganz leicht wieder herausfindet.

Wie gesagt, Komfortzone verlassen und so 😉

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