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Klettern auf dem Meeresgrund

Heute ist der letzte Tag hier an der Granit Rose und die Landschaft hier hat noch einmal alles gegeben, um sich in mein Herz einzubrennen, und das ist auf ganzer Linie gelungen! Da mir so langsam die Worte ausgehen, zitiere ich mal aus meinem Bretagne-Krimi (‚Bretonische Brandung‘ von Jean-Luc Bannalec). Der Krimi spielt zwar eher im Süden der Bretagne, aber so manche Schilderungen sind auch für diesen Teil des Landes wunderbar zutreffend, genau so war es heute morgen, nachdem der Regen weg war:

Die Wirkung des Wassers in der Luft war enorm. Das Blau wurde sanft, weich, geschmeidig, es war immer noch ein volles Blau (…) Der Dunst veränderte Licht, Sonne, Farben, Geschmack und Geruch der Luft, sie wurde selbst ganz weich – und zugleich kräftiger, intensiver. Er dämpfte die Geräusche, sogar die Stille.

Mein Start heute war in Ploumarnac’h, dort wollte ich gerne bei Wasserhochsstand noch Langzeitbelichtungen machen. Ich kam kurz nach dem Höhepunkt der Flut dort an und die Wellen waren immer noch sehr beeindruckend. Es gab ein paar kurze und heftige Regenschauer, aber das hat eigentlich nicht wirklich gestört. Ziemlich durchgepustet bin ich dann nach Trégastel weitergefahren um dort die Île aux Lapins zu besichtigen. Das geht nur bei Ebbe – und sicherheitshalber auch mit Gummistiefeln 😉

Ich habe dort Stunden über Stunden verbracht, hab wirklich auch noch die allerletzte Minute ausgereizt, um doch noch diese eine Einstellung zu belichten – ich bin – wieder einmal – nicht fertig geworden mit herumklettern und staunen.

Das Wetter war einfach ungaublich, die Sonne strahlte, der Himmel war fanstastisch, ich hab vor mich hin gesungen vor Begeisterung. Erst auf den letzten Metern, kurz vor dem Tiefstand des Wassers wurde es mir dann doch einigermaßen mulmig. Man krabbelt da ja schon ziemlich deutlich und weit auf dem Meeresboden herum (meine überaus grossartigen Orientierungskünste sind ja bekannt). Ich hab mir so ein paar eigene Sicherheitsregeln auferlegt, wie zB nirgendwo herunterzuspringen (denn: komme ich auch wieder rauf?) und habe ein grosses zeitlliches Sicherheitspolster bis zur Rückkehr der Flut mit eingerechnet – aber die Expertin für Ebbe und Flut bin ich wahrlich nicht – und einige Passagen waren nicht sooo einfach zu überwinden – als der ‚Umdreh-Alarm‘ dann geklingelt hat war ich doch irgendwie ein wenig aufgeregt.

Hat aber alles wunderbar geklappt, ich bin mit mehr als genug Zeitpolster zurück gewesen – aber naja, war mir dann auch ganz recht so.

Zum Abschluss dieses Tages habe ich mir dann noch ein extra leckeres Törtchen in der ‚La Chaumière Chocolats‘ geholt – Danke an Ralf, der für die Zeit hier eigentlich so etwas wie mein virtueller Reisführer war – auch diesen Tag auf der  Île aux Lapins habe ich seinem Rat zu verdanken!
Viele Orte habe ich hier noch nicht besucht , da gab es alleine bei den Inseln vor Trégastel noch eine ganze Menge zu sehen, ehrlich gesagt habe ich mir eigentlich nicht mal die Zeit genommen, die Orte zu besichtigen, ich war ständig am Meer.
Auf jeden Fall nehme ich die Betragne in meine Wohlfühl- und Sehnsuchts-Ziele auf!

Für heute abend steht noch die weitere Reiseplanung an, ich muss mir noch ein Tagesziel aussuchen und bin hin und hergerissen zwischen Stadt (Rennes), Wald (Huelgoat) oder Meer (ST Malo oder sogar Mont St Michel?). Mal sehen, was das Wetter sagt und überhaupt – letzte Entscheidung fällt, wenn der Motor morgen startet!

 

2 Comments

  1. liebe katrin, vielen dank für deine schönen bilder aus der bretagne. deine schwarz-weiss fotografien gefallen mir sehr sehr.
    lg
    angela

  2. Katrin Katrin

    Liebe Angela,
    Ich freu mich! Dankeschön!
    Liebe Grüße Katrin

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