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Katrin Bechhold Posts

Playdates 1 – Stilleben

PrintAlso, ums gleich vorneweg zu sagen: HARTE Arbeit!

Ich hab mir einen ganzen Vormittag Zeit geblockt, um mich da in Ruhe daran versuchen zu können, ich hatte mir schon gedacht, dass es einige Zeit dauern könnte, bis ich mich ‚warmgeschossen‘ habe und eine Bildidee gefunden habe.
Ich hatte mir vor einiger Zeit für die Wetplates (nasses Kollodium-Verfahren) ein paar Bildideen überlegt  und dachte mir, ich versuche mich einfach daran weiter – vielleicht kommt ja auch noch ein Aufbau für Wetplates dabei raus.

Insgesamt habe ich fast fünf Stunden wirklich konzentriert gearbeitet – aber der erhoffte Moment ‚in dem es läuft‘ kam leider gar nicht. Mich hat das Ganze unglaublich genervt, das Stativ, die Lichtaufbauten, so vieles musste hin und hergeschoben werden, das Arrangieren der Objekte – das ist einfach nicht so meine Welt.
Ich kann wirklich sehr geduldig auf das richtige Licht warten, auch auf den richtigen Menschen vor dem gewünschten Hintergrund – aber ich möchte meine Bilder finden – oder mich von ihnen finden lassen – was ich wirklich gar nicht mag und daher auch nicht besonders gut funktioniert, ist das Arrangieren von Objekten.

Mit den Ergebnissen war ich auch wirklich überhaupt nicht zufrieden. Wenn ich ehrlich bin: ich hätte kein einziges mehr angefasst geschweige denn bearbeitet oder präsentiert. Da das aber nun einmal Teil des Deals war, hab ich die paar, auf die ich mich ansatzweise einlassen konnte, bearbeitet und zusammen mit meiner Unzufriedenheit und Frust in unsere Facebookgruppe gestellt.

Connys Antwort hat mich dann komplett überrascht:

Also ich finde deine Stillleben sehr künstlerisch, abstrakt und geheimnisvoll. Das ist eine neue Art von Stillleben 😀. Man rätselt, was du da überhaupt fotografiert hast. Und wie? Mehrfachbelichtungen oder durch ein Glas hindurch? Sehr stark! Schön, dass du dir die Mühe gemacht hast, dich noch näher mit den Bildern zu befassen. Das Dunkle sieht total schräg aus. Sehe ich da ein Auge?

Wow.

Anscheinend haben mein Ärger und meine Anstrengungen auch den Blick auf die Bilder beeinflusst.
Ein fremder Blick sieht etwas ganz anderes und das zeigt mir einmal wieder, wie sehr man selbst doch auch bei der Bildbetrachtung und Bildbeurteilung beteiligt ist.

Fazit: auch wenn es nicht ‚mein Ding‘ ist – und wohl nicht werden wird – war es gut, sich damit zu beschäftigen.
Die Tatsache, dass jemand anderes auch etwas ganz anderes sieht und erfährt, war sehr bereichernd. Und falls ich in Zukunft eigene Bilder beurteilen möchte, die mir bei der Aufnahme nicht so viel Freude gemacht haben, sollte ich definitiv etwas Zeit vergehen lassen. Solange die Anstrengung für mich noch zu spüren ist, sollte ich wohl besser keine Urteile fällen 😉 .

… passt vielleicht auch in andere Lebensbereiche?

 

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Playdates 1 – Unschärfe

PrintUnschärfe – damit meine ich komplett unscharfe Bilder – spricht mich oft an, ich finde die Bilder meist sehr emotional weil sie so viel andeuten können und Platz für eigene Geschichten lassen. Bisher habe ich mich aber noch nicht selbst darin versucht.

Erstmal fand ich es gar nicht so einfach, diesen Autofokus auszuschalten – so ganz genau weiss ich jetzt gar nicht mehr, was daran so schwierig war, ehrlich gesagt, aber die ersten Male habe ich manuell fokussiert (und auch so eingestellt) bzw. eben nicht fokussiert – bei der Aufnahme aber hat mich die Kamera ‚überstimmt‘ und hat doch ganz schnell den Autofokus arbeiten lassen.

Als ich es dann raushatte, wurden die Bilder zumindest unscharf – aber nicht wirklich interessant.
Conny sagte ganz richtig, dass die ersten Bilder so aussahen, als ob ich mich nicht entscheiden konnte, was nun genau aufs Bild sollte – ich konnte den Effekt nicht einschätzen und hab erstmal alles einfach ausprobiert.
Ziemlich schnell hat sich herausgestellt, dass unscharfe Gegenstände in der Regel unscharfe Gegenstände blieben – das finde ich jedenfalls – aber spannend waren Menschen:

Wie ihr seht, fand ich aber eigentlich immer eine Nachbearbeitung notwendig – also einfach nur so unscharf war mir – zumindest bei diesem Motiv – nicht genug.
Ausserdem ist es alles andere als einfach, den richtigen Moment zu finden, da kommt es zum Beispiel sehr auf die Haltung der Beine an – das erfordert auch einmal mehr eine ganz andere Art zu sehen. Es ist nicht so richtig weit weg von der Street-Photography – auch da muss man ja ein bisschen vorausahnen und vorausdenken, was gleich passieren könnte, um den rechten Moment erwischen – das gilt hier auch.

Bei den Silhouetten konnte ich es dann ganz gut stehen lassen, sind auch wieder fast schwarz-weiss – ich merke doch recht deutlich und immer wieder, dass mir die Welt der Farbe nicht so ganz gut gefällt 😉.

Mein Fazit: das fand ich sehr lehrreich, die Ergebnisse interessieren mich – ich kann mir gut vorstellen, in der Richtung noch weiter zu experimentieren, zum Beispiel auch mit Graufiltern.

 

 

 

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Playdates 1 – ‚Gimmicks‘ der Kamera ausprobieren: Der Lochkamera und der Miniatur-Filter

PrintDas war eine ganz gute Idee, sich mal mit den ganzen Knöpfchen und Hebelchen der Kamera auseinanderzusetzen – meistens interessieren mich diese zusätzlichen Filter und Möglichkeiten an der Kamera nicht so sehr – da kommt wohl ein bisschen der Kontrollfreak durch: ich mach das lieber selber bei der Nachbearbeitung am Rechner. ..

Aber wenn man das nun mal schon eingebaut hat – vielleicht ist das ja ganz witzig?

Die Fuji bietet sogenannte ‚Filtereffekte‘ an, bei der man schon mit dem Effekt ‚fotografiert‘. Zur Auswahl stehen eine Art Lochkamera-Effekt, Miniatur -, Weichzeichner- und noch etliche Farb-Effekte (z.B. POP-Farbe: ganz ehrlich: soweit wollte ich dann aber doch nicht gehen, auch wenn das ganz sicher das Maximale an ‚Gegenteil‘ meiner Fotografie wäre!  😀 )

Ich habe mit dem Lochkamera-Effekt angefangen. Im Prinzip war das eine Verschiebung des Weissabgleiches bzw. der Tönung kombiniert mit einer ziemlich starken Abschattung am Rand. Ich bin zugegebenermaßen keine Expertin für farbige Lochkamera-Aufnahmen (bis jetzt habe ich stolze 3 Filme belichtet!) aber wenn man sich das Treppenhaus im Header der Webseite ansieht, sind das auch Veränderungen, die mit einer echten Lochkamera passieren. Das Header-Bild ist im Treppenhaus der Uni-Bibliothek aufgenommen (wobei ich dann eingeschlossen wurde … aber das ist eine andere Geschichte 😉 ), dort ist alles weiß bis hellgrau.

Ganz witziger Effekt – auf Dauer aber eher langweilig, den Grünstich fand ich auch nicht immer passend. Der größte Nachteil in meinen Augen aber (und das gilt für alle Filter-Effekte bei derXT-1) ist die Tatsache, dass die Kamera kein RAW-Bild abspeichert, es wird nur ein jpg erzeugt.
Damit verliert man doch einiges an Qualität – vor allem, wenn man bei der Nachbearbeitung vielleicht feststellt, dass man gerne eine SW-Umwandlung machen würde, oder zumindest die Vignette loswerden will – das alles geht auf Kosten der Bildqualität – ganz ganz dickes Minus für die Filter.
Den Effekt könnte man ebenso gut und schnell in Lightroom nachbauen, man hätte aber mit einer RAW-Datei trotzdem noch alle anderen Möglichkeiten offen.

Ganz ähnlich ist es mit dem Miniatur-Effekt. Abgesehen davon, dass auch die Farbintensität nachgeregelt = verstärkt wird, ist das für eine Weile ganz spannend, wird aber auch schnell langweilig.
Allerdings ist es eine sehr gute Möglichkeit, das Bokeh bei Nahaufnahmen zu verbessern (da ist ist der kleinere Sensor tatsächlich von Nachteil), von daher wars ganz gut, damit herumgespielt zu haben. Und der Spaziergang am Abend war auch sehr nett – ohne die Playdates wäre ich wahrscheinlich gleich nach Hause gegangen 😉 .

Fazit: die Filter sind echte Spielereien, jedenfalls für mich. Die Tatsache, dass immer nur jpgs erstellt werden, empfinde ich als Nachteil – vielleicht hab eich mich auch schon zu sehr an die Nachbeareitungsmöglichkeiten am Rechner gewöhnt, mir jedenfalls sind echte RAW-Dateien lieber.
Immerhin habe ich gelernt, dass ich das Bokeh mit dem Miniaturfilter verbessern kann/könnte, wer weiss ob ich das nicht irgendwann doch mal brauchen kann  – falls ich doch mal Blümchen fotografiere zum Beispiel 😉 .
Insgesamt aber für mich nicht wirklich brauchbar oder interessant.

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Earned Value Analysis – oder warum ich Zeitdruck brauche

Ist das eigentlich bei Euch auch so? Für die letzten 5% des Projektes brauche ich fast 25% der gesamten Zeit – naja, ist vielleicht ein bisschen zugespitzt 😉 – aber letzte Woche fühlte es sich bei mir auf jeden Fall so an.
Ich entwickle da auch oft einen richtigen Hang zum Perfektionismus, dann stört mich auf einmal auch ein Knick in der Hülle in die das passepartourierte Bild kommt (!!!).
Ich denke auch darüber nach, ob das vielleicht auch daran liegt, dass es mir doch immer wieder relativ schwer fällt, ein Projekt abzuschliessen, eine endgültige Auswahl zu treffen. Vielleicht schiebe ich das mit dem herumpusseln an Mini – Kleinigkeiten auch nur noch ein klein bisschen hinaus – wer weiss schon, was da alles in einem tickt?

Ich merke allerdings immer wieder dass ich

a) eine Deadline brauche – auch eine selbst gesetzte, aber das gibt den nötigen Druck, alles andere mal liegen zu lassen (oder wenigstens hintenanzustellen) und die Bilder, den Text usw. fertigzumachen. Und

b) dass mir das doch immer wieder passiert, dass ich vermeintlich fertig bin und nur noch das Passepartout machen muss, oder eine Karte schreiben und dann fällt mir doch noch irgendwas Klitzekleines auf … und dann drucke ich das Bild dann doch noch mal, oder suche ein anderes aus, oder verändere die Tonung, oder …
Ich plane zwar in der Regel schon großzügig Zeit ein, aber am Ende brauche ich meist auch noch genau diesen Zeitrahmen 😉 .
Irgendwann kommt dann meist der Punkt, an dem klar wird, dass ich meine Deadline nicht halten kann, wenn ich nicht aufhöre, an den Kleinigkeiten herumzuschrauben und erst dann gelingt es mir, loszulassen und einfach linear weiterzuarbeiten, was gerade anliegt. Offensichtlich hilft mir der Zeitdruck, Dinge abschliessen zu können – und um das Verhältnis Projektfortschritt zum Arbeitseinsatz (siehe Überschrift) nicht noch unvorteilhafter weden zu lassen 😀

Kennt das noch jemand??

Diesmal hat dann auch mein Drucker (wieder einmal) den Druck erhöht, jetzt geht der Papiereinzug nur ab und zu.
Anscheinend muss ich mich doch langsam mal ernsthaft mit einem neuen Drucker auseinandersetzen – davor graut es mir doch gehörig: abgesehen von den Anschaffungskosten wird es auch wieder eine ganze Menge Arbeit und Versuche  brauchen, bis wieder das auf dem Papier ist, was ich auf dem Bildschirm habe 😯 .

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Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau – Max Scharnigg

PildauBei diesem Buch habe ich doch ein bisschen gezögert, ob ich es in meine Lieblingsbücher Reihe mit aufnehmen soll. Aber es ist doch über große Erzählstrecken ein ungewöhnliches, magisches und anrührendes Buch, das zumindest bis jetzt aus der Menge der gelesenen Bücher heraussticht – daher ist es dann doch eines meiner Lieblinge oder besser vielleicht – ein besonderes Buch.

Drei Generationen von Männern leben auf einem Einsiedlerhof, der Großvater ein Erfinder, Ludwig, der Vater,  eine Art Wissenschaftler und der zu Beginn der Geschichte sechsjährige Jasper Honigbrod. Die ‚Opis‘ wie Jasper die Erwachsenen nennt, sind völlig weltfremd, ziemlich verschroben und doch sehr liebenswert.
Jaspers Geschichte wird weitegehend aus dem Blick eines Kinder erzählt, das macht es wunderbar leicht und manche Epsisoden gehen einem wirklich nahe, da die Erklärungsversuche des Kindes für die Ereignisse wirklich sehr besonders und naiv-liebenswert sind – ich habe die Stimmung des Buches und das ‚Fabulieren‘ wirklich sehr genossen.

Leider fehlt eine Art Abschluss, die Geschichte treibt vor sich in und auf einmal ist Schluss – ich hätte mir gewünscht, dass man etwas über Jaspers Erwachsenwerden und auch über einen Veränderung seines Blickes erfährt, dass so spannende Figuren wie die ‚Waisenschwester‘ Lada etwas mehr Kraft und Anteil an der Geschichte bekämen –

– jedenfalls war ich ein ein wenig unzufrieden am Ende – eine wunderbare Stimmung und verwunschene Zutaten allein waren für mich dann doch nicht wirklich genug.

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The Versions of Us – Laura Barnett

versions of usEines meiner (zugegeben nicht wenigen 😉 ) Lieblingsgedichte ist ‚The road not taken‘ von Robert Frost. Es beschreibt einen Reisenden, der an einer Weggabelung steht und überlegt, welchen Weg er einschlagen soll. Und der es bedauert, dass er nicht beide Wege gehen kann.

Dies gelingt allerdings Laura Barnett – in ihrem Roman entwirft sie drei mögliche Lebensgeschichten für ihre beiden Protagonisten Eva und Jim.
Ich empfand das Buch wie eine Art Tanz, um die beiden herum bewegen sich Partner, Kinder, Orte, Freunde, viele der großen Wegmarkierungen tauchen in allen drei Versionen auf, haben aber dort unterschiedliche Auswirkungen, manche Entscheidungen verändern das gesamte Leben, manche führen nur auf kleine Umwege – alle Geschichten sind wunderbar gekonnt miteinander verwoben und in sich stimmig.

Es ist tatsächlich nicht ganz einfach, immer den Überblick zu behalten, welche Version gerade erzählt wird – ich musste doch häufiger mal zurückblättern, um noch mal ganz kurz nachzusehen, welche Eva denn jetzt gerade welchen Jim trifft (oder eben nicht 😉 ) aber das hat den Genuss nicht geschmälert.

Mein bis dahin recht einsames Lieblingsbuch zum Thema ‚was wäre wenn‘ ‚The post birthday world‘ von Lionel Shriver (auch sehr lesenswert!) hat nun also Gesellschaft bekommen.

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Ausrüstung

© katrin bechhold 2016 -2368

Auch was die Ausrüstung betraf, war Marrakesch für mich Neuland.

So ein paar Grundsätzlichkeiten waren ja schon vorab klar: wenig Platz, dunkel, auffällige, teure Kameras nicht sehr ratsam – und natürlich auch noch diese Idee, wieder mehr ’street‘ zu fotografieren und der Wunsch, nicht mehr so viel schleppen zu müssen.
Daher blieb zum allerersten Mal die Nikon zu Hause, im Zuge von ‚Einschränkung ist auch Befreiung‘ habe ich mich am Ende für das ganz kleine ‚Besteck‘ entschieden: die Fuji mit zwei Objektiven und eine Notfalldigi, die Panorama-Pinhole und eine Notfallpinhole. Das wars.
Kein großes Stativ (jaaaa!!! ), nur das Mini-Stativ für die Pinhole.
Die beiden ‚Hauptkameras‘ haben auch ganz bequem in die neue Fototasche gepasst, zusammen mit den anderen Notwendigkeiten des Lebens wie Labello, Geldbeutel, Flugticket und Pass. Ich bin also losgezogen mit einem relativ kleinen Koffer und einer Handtasche – sonst nix, kein Fotorucksack, keine Stativtasche – das alleine war schon eine echte Erleichterung – und ein weiterer netter Effekt: man kann das alles auch ganz einfach im Blick behalten 💡 .

Schon am ersten Tag zeigte sich, dass das die richtige Entscheidung war, in den engen Straßen und Gassen der Altstadt Marrakeschs war das 18mm genau das richtige Objektiv und für unauffälliges, nicht störendes, schnelles Fotografieren ist die Fuji geradezu gemacht. Naja – der Autofokus hätte durchaus etwas schneller sein dürfen – oder ich hätte den verfolgenden AF nehmen sollen, aber wenn man aus der Hüfte fotografiert, also nicht durchgucken kann, weiss man auch nicht, was der verfolgende AF gerade verfolgt 😯 – da war mir die feste Einstellung etwas berechenbarer.
Damit muss ich sicher noch ein bisschen experimentieren, da denke ich auch vielleicht noch zu sehr ‚Nikon‘.
Grundsätzlich ist die Ausbeute wirklich gut, dafür dass wir beide uns ja noch nicht wirklich so gut kennen 😉 bin ich super zufrieden.

An den folgenden Tagen habe ich das zweite Objektiv dann schon garnicht mehr mitgenommen und hab mich dann auch sehr schnell entschieden nur noch mit dem 18mm zu fotografieren.

Der Wechsel vom digitalen Fotografieren zum Fotografieren mit der Lochkamera ist allerdings immer wieder eine Herausforderung – wie schon im vorherigen Post geschrieben muss man seine Umgebung ganz anders betrachten und man braucht einfach sehr viel mehr Zeit für ein Bild. Und natürlich für die vielen Gespräche, die man führt, weil die Leute wissen wollen, was das denn für ein Holzkistchen ist – ich habe jetzt endlich auch das Wort für Lochkamera auf französisch gelernt, weil mich dort so viele französisch sprechende Menschen danach gefragt haben (Sténopé) – hat aber nicht viel geholfen, da die allermeisten auch mit dem richtigen Wort dafür nicht wussten, was das ist 😆 –  aber wenigstens ich habe meinen Französisch-Wortschatz erweitert.
Ich möchte die Lochkamera allerdings auf keinen Fall mehr missen, ich mag es, einen zweiten Rundgang mit ‚anderem Blick‘ zu machen, auch mag ich die Gespräche, die sich eigentlich immer ergeben, auch wenn ich das noch nicht immer zufriedenstellend erklären kann, vielleicht bastele ich mir da mal ein kleines Kärtchen oder so, sonst ist es auch manchmal etwas unbefriedigend für beide Seiten. Einige glauben wohl auch noch, dass ich damit Filme drehe – bei dem Wort ‚Film‘ denken manche offensichtlich gar nicht mehr an Fotografie…
Und es bleibt natürlich auch immer ein wenig spannend: sind die Bilder was geworden, was ist denn eigentlich nun wirklich drauf (man hat ja keinen Sucher), passt die Belichtung?
Und sie fallen mir nicht in den Schoss, ich muss umspulen, Chemie ansetzten, kippen, waschen, trocknen, scannen … etwas ganz anderes als die Speicherkarte in den Rechner zu stecken und die Bilder schnell herunterzuladen und zu verschlagworten 😀 .

Mein Fazit nach dieser Reise: die Fuji ist eine ganz wunderbare Reisebegleiterin, sie eröffnet mir neue Möglichkeiten, der lautlose Auslöser ist GENIAL UND FANTASTISCH, ist einigermaßen gutmütig, die Objektive sind Spitzenklasse, lichtstark, scharf UND klein – da wächst mir jemand ans Herz!!

P.S. Und wie man sieht, komme ich auch mit der Panoramafunktion immer besser zurecht 😉 !

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Marrakesch – oder kann eine Fotografin mit einer ’normalen‘ Reisegruppe verreisen?

© katrin bechhold 2016 -1855

Das Ziel stand schon sehr sehr lange auf meiner ‚1000 places to see before I die‘-Liste: Marrakesch.

Im Winter flatterte dann der Prospekt der ZEIT-Reisen vorbei: 5 Tage Marrakesch, ziemlich genau das, was ich mir vorgestellt hatte, ein Ausflug in den Hohen Atlas und ansonsten ’nur‘ in Marrakesch – davon versprach ich mir genug Freiraum, auch alleine losziehen zu können, oder zu einem Ort ein zweites oder drittes Mal zurückkehren zu können. Es war allerdings meine erste Gruppenreise, die nicht von und mit Fotografen geplant und unternommen wurde  und ich war doch dementsprechend skeptisch, wie das wohl klappen wird.

Mit der Gruppe selbst hatte ich großes Glück, das waren alles richtig nette Leute, die auch mit viel Geduld für die Fotografin ausgestattet waren. Bei den Rundgängen bzw. Spaziergängen kam ich eigentlich auch ganz gut mit, da ich mich für ‚aus der Hüfte‘ entschieden hatte, also kleines Weitwinkel und Blende 8 und 11, nicht durchschauen, Ausschnitt schätzen und auf den Autofokus vertrauen 😉 . Da war die Gruppe sogar eher hilfreich, da ich mich da manchmal auch ganz gut im Hintergrund halten konnte.

Beim Besuch der Sehenswürdigkeiten, wie der z.B. märchenhaft schönen Koranschule Ben Youssef Madrasa hätte ich gerne mehr Zeit gehabt. Da wars dann doch einfach zu kurz um wirklich gut zu fotografieren, zuzuhören und auch einfach mal ‚da‘ zu sein. Der Reiseführer hat mir im Verlauf der Reise immer wieder Platz’polster‘ herausgeschnitten, trotzdem habe ich da gemerkt, dass mir das nicht so gut bekommen ist – natürlich auch weil ich dort auf jeden Fall auch mit der Pinhole-Kamera arbeiten wollte – da muss man aber ganz anders gucken und warten und Zeit haben, als mit der digitalen Kamera – da hab ich mich manchmal doch ganz schön überschlagen müssen, um wenigstens ‚Grundlagenarbeit‘ machen zu können, zu Details oder Feinheiten oder auch manchmal nur abwarten, bis die Leute weg sind hat es meist nicht gereicht.

Da man ja nicht wirklich wissen kann, ob man dort noch mal hinkommt, bedauere ich natürlich jede Einstellung, die ich nicht machen konnte, klar.
Aber im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass es für mich ganz gut aufgegangen ist. Da ich weder Land noch Leute kannte war es natürlich auch extrem bequem, dass sich da jemand um uns gekümmert hat und ich habe Unmengen gelernt und sehr anregende Gespräche geführt.
Wenn es in Zukunft die Option einer Reise mit Fotografen gibt, würde ich diese allerdings sicher vorziehen, da ich das in den USA und auch in der Bretagne doch sehr genossen habe, dass so vieles einfach nicht besprochen werden musste und die Bedürfnisse sich so sehr ähnelten – aber wenn ich wieder mal Fernweh nach mir völlig unbekannten Weltregionen habe wäre das auf jeden Fall wieder eine Option!

 

 

 

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Playdate I – erster Auftrag

PrintGleich die erste Aufgabe so ein Klopper – da musste ich auf jeden Fall erst mal schlucken… wo ich doch eigentlich grundsätzlich ganz froh bin, wenn ich mal in meiner Komfortzone bleiben darf .

Na gut, frisch gewagt und so: der erste Ansatz müsste also für mich sein, mal hinzugucken, wo denn genau meine fotografische Komfortzone endet.

Da gibt es ja doch mehrere Möglichkeiten, beispielsweise

das Wetter: Ich habe eigentlich kein ‚Fotografier-‚Wetter, das liegt sicher auch daran dass ich nicht viel Zeit habe und die Zeiten, die ich mir fürs Fotografieren freigeschaufelt habe, dann auch nutze, ziemlich egal wie die Umweltbedingungen sind , kalt, heiß, dunkel, regnerisch … muss alles gehen.
Richtig heftige Schauer versuche ich zu vermeiden, aber einige richtig gute Aufnahmen sind z.B. beim Abwarten eines Sturmes in einem Mannschaftshäuschen auf einem Fussballplatz entstanden.

die Ausrüstung: ich habe mittlerweile wirklich genug Spielzeuge und jedes davon hat auch sein Einsatzgebiet – von der Plastikkamera zur Großformatkamera, digital oder analog, vom Weitwinkel über Tele bis hin ganz ohne Linse ist alles dabei und ich setzte auch alles ein. Das ist offensichtlich eine einzige große Komfortzone für mich (😄 schon was dazu gelernt!)
Zugegeben, um das Stativ drücke ich mich ganz gerne herum, weil ich es oft als einschränkend empfinde und auch gerne ohne so viel Gewicht unterwegs bin – aber man sieht mich jetzt doch immer mal wieder damit…
Was ich allerdings nie verwende, sind Sonderprogramme und so Schnickschnack, den die modernen Kameras mitbringen. Ich bin da eher noch auf dem Stand meiner FM: Blende, Zeit und fokussieren (gerne aber mit Autofokus) und mehr Knöpfe brauche ich eigentlich gar nicht.
Vielleicht sollte ich das mal wagen, da ich damit keine Erfahrungen habe, könnte da ja etwas Neues versteckt sein!?

die Themen/Motive: ja, da habe ich ganz schnell ein paar Gebiete gefunden, die ich nicht mag, nicht kann (wie ich meine) und daher auch nicht bearbeite.
– Zu allererst fallen mir Blumen ein – wer mich ein bisschen kennt, muss jetzt grinsen denn mein NICHT-grüner Daumen ist geradezu sprichwörtlich, also um die Blumenfotografie habe ich bis jetzt immer sehr erfolgreiche und große Bögen geschlagen.
Unschärfe mag ich sehr gerne, hab mich aber noch nie so wirklich darauf eingelassen, das auch einmal selbst zu versuchen.
Akt Das ist wohl ein Thema, bei dem ich ein Modell bräuchte und zumindest bei den jetzigen Temperaturen auch ein Studio – das geht mal nicht so nebenher und scheidet jetzt erstmal aus.
Sollte zufällig ein Aktworkshop in den nächsten vier Wochen stattfinden, bei dem man mit dem Modell auch alleine arbeiten könnte (keine schlimmere Vorstellung als ein dutzend Fotografen um ein nackiges Modell herum – da bekäme ich niemals die Stimmung hin, die ich da gerne hätte!!!) und ich bekäme noch einen Platz … die Chancen sind gering 😜
Stillleben – DAS ist etwas, vor dem ich mich immer wieder drücke. Die paar Versuche, die ich in der Richtung gemacht habe, endeten in der Regel mit langweiligen Bildern. Das Arrangieren ist mir nicht so wirklich gegeben, ich kann ganz gut meine Motive ‚finden‘ aber eben nicht so gut ‚drapieren‘. Ich studiere jetzt mal ganz fleißig Sudeks Stilleben, vielleicht kommt dann etwas Inspiration mit?

Erste Erkenntnis: Schon in den ersten Minuten mit dieser Aufgabe sind die Grenzen meiner Komfortzone(n)  ganz gut sichtbar geworden, alleine das war schon mal ganz interessant für mich. Schon bei den Themen haben sich ja gleich einige gefunden, an denen ich arbeiten kann, und auch die Idee, die Kamera mal ein bisschen kreativer zu verwenden und zu gucken, was sie denn sonst noch so kann, gefällt mir auch.
Der schon ziemlich nahe Urlaub kommt gerade recht 😄.

 

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Playdate I – Verlasse die Komfortzone und arbeite mit dem Gegenteil.

Playdates - ein Projekt von Conny Hilker und Katrin BechholdIm ersten Playdate geht es darum, die eigenen Komfortzonen zu analysieren und dann gezielt zu verlassen. Jeder Fotograf, ob Amateur oder Berufsfotograf, wird bei ehrlichem Überlegen feststellen, dass sich bestimmte Routinen eingeschlichen haben. Man fotografiert vielleicht immer mit denselben Objektiven, entscheidet sich immer wieder für eine bestimmte Art der Bildgestaltung, fotografiert bequemerweise an Orten, die man schon kennt, wählt ähnliche Motive, fotografiert grundsätzlich nur bei gutem Wetter, nur mit Blende 8, nur mit Offenblende oder…… Es gibt so viele Möglichkeiten. Um das herauszufinden, muss man manchmal auch Widerstände loslassen. Ein intensiver Blick in die eigene Bilderdatenbank kann beim Entlarven helfen. Im Tun hilft ein wenig Achtsamkeit.
Denkt einmal darüber nach. Wo sind eure Komfortzonen?

“Kreativität bedeutet aber nicht, die gewohnten Strukturen und Pfade weiter auszutreten, sondern sich dem Wagnis zu stellen, neue Wege zu gehen.“

Robert Mertens: „Kreative Fotopraxis“ S. 72

Conny und ich haben uns verabredet, im ersten Playdate diese Komfortzonen zu verlassen. Autsch, das tut schon beim ersten Überlegen ein bisschen weh, denn das Wort „Komfort“ impliziert Gemütlichkeit, sich wohlfühlen, vertraut sein. Die Komfortzone zu verlassen, bedeutet auch, ein bisschen zurück zum Anfang zu gehen. Sich auf etwas einzulassen, was einem nicht vertraut ist. Sich selbst herauszufordern, seine Wahrnehmung zu ändern.

Schauen wir mal, was für Erfahrungen wir dabei machen.

Mögen die Spiele beginnen. Für das erste Spiel haben wir uns mindestens bis Mitte Mai Zeit eingeräumt. Dann werden wir auf unseren Blogs darüber berichten.

Ihr seid natürlich herzlich eingeladen, die Playdates als Anreiz für eigene Überlegungen und Umsetzungen zu nutzen.

Inspiration für dieses Playdate ist der Workshop “Fotografieren Sie das Gegenteil” aus dem Buch „Der eigene Blick“ von Robert Mertens, S. 27, erschienen im Rheinwerk-Verlag.

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