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Playdate III – Erstelle eine digitale Collage – die Ergebnisse

Da war ich mal so richtig unwissend – ich habe zwar schon Mehrfachbelichtungen gemacht, in der Kamera analog und digital und auch am Computer nachgebaut – aber an Collagen hatte ich bisher noch nie gedacht. Diese Idee ist für mich auch richtig weit weg von ‚meiner‘ Fotografie – da geht’s ja schon sehr darum, wie ich die Welt sehe – ich habe praktisch nie ein Ergebnis im Kopf, wenn ich eine Aufnahme mache – und gezielt loszugehen, um für eine Collage zu sammeln ist ein völlig neuer Ansatz für mich.

In meiner Lieblingsstadt habe ich dann gleich unter dem Aspekt ‚Material sammeln‘ fotografiert. Kleinigkeiten und Farbspiele waren auf einmal interessant, Logos, Schattenwürfe – all das wurde erst mal ‚mitgenommen‘. Sehr schnell habe ich gemerkt, dass es für mich sehr schwer ist, sich eine Collage sozusagen schon im Kopf auszudenken und dann gezielt passende Motive zu suchen – dazu war ich zu neu auf diesem Gebiet, weder konnte ich die Wirkung der Farben aufeinander noch die Ergebnisse nach der Verrechnung in Photoshop auch nur erahnen – ich empfand diesen Ansatz als ziemlichen Hemmschuh und hab das auch sehr schnell für mich verworfen.
Zuhause am Rechner war ich erstmal dann doch auch ziemlich ratlos, wie ich aus den vielen Bildern zu einer Idee für eine Collage kommen könnte – an diesem Punkt wäre eine Bildidee wahrscheinlich dann doch ganz praktisch gewesen…

Hatte ich aber leider noch nicht und hab dann beschlossen, nach bewährter Methode einfach mal anzufangen und zu sehen, wo die Reise hingehen könnte. Ich muss zugeben, dass ich diesen Punkt im Prozess immer ganz besonders mag: alles erscheint möglich, nichts ist gewiss und ich bin einfach nur neugierig und gespannt auf das was kommt ohne dass es in irgendeiner Form eine Erwartung gibt.

Ich habe mich dann entschieden, die Collagen thematisch anzugehen und auch ziemlich eng zu fassen, da es sonst in der Collage sehr schnell sehr unübersichtlich wurde und schlicht zu voll.

Die erste Arbeit, bei der sich vieles fand und fügte waren die Aufnahmen aus der S-Bahn – da hab ich wirklich schon viel Zeit verbracht und Unmengen an Kilometern zurückgelegt.

Leider kann ich nicht mehr sagen, wie viele Ebenen und Bilder ich hier verarbeitet habe – ich hab an einem Punkt die Ebenen alle zusammenfassen müssen, weil die Datei für Photoshop sonst zu groß wurde. Ich habe verschiedene Verrechnungsmodi verwendet, allerdings waren für mich die Modi ‚multiplizieren‘, ‚ineinanderkopieren‘ und ‚weiches Licht‘ am ergiebigsten – da gab es meist ganz gute Ergebnisse, mit denen ich weiterarbeiten konnte.
Ansonsten habe ich mit Hilfe von Masken einzelne Bildbereiche abgedeckt, die Elemente größer und kleiner gezogen, gedreht, gespiegelt – was immer ich mal sehen wollte, hab ich auch ausprobiert. Das ganze war nicht unbedingt sehr effektiv, eine Großteil der Versuche haben nicht zu sehenswerten Ergebnissen geführt – aber darum ging es mir auch nicht, es war sehr spielerisch und frei, die Arbeit mit Farben ist ja auch sehr fremd für mich, da hab ich dann doch einiges lernen können 😉 .

Als letzte Ebene habe ich (auch bei den allermeisten anderen Collagen) noch eine Textur über alles gelegt, das hat das ‚Glatte‘ aus den Bildern genommen.

Der Jesus am Langkofel war der nächste Versuch. Dieses Bild ist aus sieben Ebenen zusammengesetzt und da hab ich mich mal so richtig ausgetobt bei den Verrechnungsgeschichten, der Großteil der Ebenen wurde hier mit ‚Differenz‘ verrechnet – und am Schluss noch ein bißchen mit Tontrennung herumgespielt – für mich eine wahre Schlacht an verrückten und nie benutzten Werkzeugen 😉 . Von dieser Arbeit gibt es auch eine monochrome Version. Ist schon frappierend, wie anders diese wirkt…

 


Bei meinem Ausflug in die Herzensstadt bin ich  natürlich auch ab und zu aus der S-Bahn ausgestiegen – einmal auch in Potsdam nd dort habe ich mir die Gegend um das (wirklich sehr beeindruckend schöne) neue Stadtschloss angesehen, habe gestaunt, wie dramatisch sich das Stadtbild in den 20 Jahren verändert hat, in denen ich Potsdam nun kenne. So ein ganz klein bißchen unwirklich fühlt sich der Platz um das Schloß doch an, da fehlt noch Patina und nach wie vor ist die Ecke nicht wirklich im Alltag angekommen, die Hauptpassanten sind nach wie vor Touristen – trotzdem ist der Platz wirklich ein Juwel. In einem Leben mit Kleinkindern, wie ich es ein Weile lang in Potsdam geführt habe, kennt man die Gegend um die Nikolaikirche allerdings ganz gut, da es auf der Freundschaftsinsel so nette Spielplätze gab 😉 – daher habe ich  für diese Collage die Kirche und das Holländische Viertel zusammengefasst, Plätze, die mir etwas bedeuten.

Zu guter letzt habe ich noch an einem Yamaha-Treffen  für diese Collagen fotografiert und bei einer Rundgang in der Hochschule der Künste und weil das auch noch einmal eine ganz neue Art war, an Bilder heranzugehen habe ich auch ein paar schon vorhandene Bilder herausgesucht, für die ich bisher noch keine gute Form gefunden hatte und habe mich mal an ihnen versucht.

Damit dieser Post heute auch noch mal online gehen kann verschiebe ich noch ein paar Bilder in einen eigenen Post in den nächsten Tagen, sonst wird das hier einfach zu lang 😀 (und nebenher gesagt muss ich auch los zu meinem letzten Ausbildungswochenende…)

Auch dieses Playdate hat mir wieder viel Spaß gemacht und ich hab mich mal wieder richtig austoben können, hab wieder Zeit und Lust ins Spiel setzen können – alleine das wäre die Versuche auch schon wert gewesen wie ich finde, aber so ganz im Nebenbei schnuppert man in Spielfelder der Fotografie hinein, die man bisher nicht für sich gesehen hat (für so bunte verrückte Geschichten bin ich einfach mit zu vielen Fine-Art-Fotografen zusammen, da kommt das eher kurz 😉 ) .
Conny’s Collagen sind völlig anders als die meinen, sie hat die Aufgabe völlig anders bearbeitet. Diesmal hat es ein wenig gedauert, bis wir uns ausgetauscht hatten, bei mir war das – leider wieder einmal – Zeitmangel aber ich habe auch relativ lange einfach nur Material zusammengesammelt, bevor ich mit der Bearbeitung überhaupt angefangen habe – aber wie auch bei den letzten Malen ist die Zusammenarbeit in unserer privaten Facebookgruppe sehr hilfreich und die Kritik und Rückmeldungen helfen sehr gut weiter.
Lasst Euch hier von Conny inspirieren und überraschen.

Besonders viel Freude macht es mir jetzt auch, dass sich mittlerweile Birgit von unseren Playdates hat inspirieren lassen und auch digitale Collagen erstellt hat – sogar mit einem Tutorial dazu, hier geht es zu ihrem sehr lesenswerten Blog und hier geht es zum Tutorial.

Wie man sehen kann, haben wir alle drei diese Aufgabe sehr sehr unterschiedlich gelöst, alleine im Weg zu den Collagen zeigen sich schon völlig unterschiedliche Herangehensweisen und ich stelle immer wie viel ‚eigenes‘ man in die Fotografie einbringen kann, wenn man sich einlassen will.

 

… Fortsetzung folgt …

 

 

 

 

3 Comments

  1. Völlig anders! als Connys Collagen war mein erster Gedanke.

    S-Bahn – ich sehe ein Fenster ganz viel Brandenburger Tor und einige Piktogramme und eine Haltestange. (Ich darf in der Kommentarbox das „k“ nicht mehr nutzen – ich habe andere Seiten probiert, da geht es! – Habe die Batterien der Tastatur ausgetauscht – hat es auch nicht besser gemacht – aber ich lasse mich nicht unterkriegen und nutze den ASCII Code 😉 ) Da mir bei dem Bild immer das Fahrrad links unten ins Auge springt ist es für mich weniger S-Bahn – wohl aber das Piktogramm, welches man in Bahnhöfen immer sieht.

    Zu dem Bild mit Jesus am Kreuz finde ich einen Zugang. Diese Farbwirkung hatte ich bei meinen Collage auch, wenn ich den falschen Ebenenmodus hatte, habe dann mit Erschrecken schnell einen anderen ausgesucht. Aber JA – auch sowas geht. Und es gibt bestimmt auch Anhänger für diese Kunstrichtung.

    Das Bild mit der Kuppel – vermutlich die Kuppel der Kirche, die wir auch in der Kuppel sehen wirkt wie in einer Glaskugel. Die Fenster rechts und links von der Kirche wirken wie mehrfach versetzt. Das Bild lädt mich zum Anschauen ein und ich habe eine Zeitlang damit verbracht.

    Von der nächsten Galerie gefällt mir vor allem das Motorradbild, das ist auch mein Favorit aus allen von Dir vorgestellten Collagen, mit dem KM-Zähler und den Speichen, aber auch das wo das Auge von oben auf die Frau, die in Bewegung scheint schaut. Das rot-graue Bild sagt mir nichts. Vermutlich bin ich eine Kunstbanausin 😉 Andere sehen das vielleicht anders. Es ist nicht schlimm oder Du solltest das auch nicht als negativ werten. Ich schreibe es nur ehrlich. Das helle Kirchenbild hat was von Engeln – die sich rechts und links ergebenen Zacken sind die Flügelenden. Unten rechts sieht es aus wie ein „Engelkleid“ allerdings ohne Kopf. Das Engelhafte fehlt der Version in Farben.

    Teilweise sind Deine Bilder sehr abstrakt. Vielleicht muss ich gar nicht sehen können, was es ist und einfach nur die Farben und Formen wirken lassen. Ich bin überrascht wie anders Du und Conny an euer gemeinsames Playdate-Thema gegangen seid, obwohl ihr euch auch während der Zeit austauscht. Und es ist erstaunlich wie anders die einzelnen Collagen geworden sind.

    • Katrin Katrin

      Liebe Birgit,
      Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar – ich komme gerade leider nicht dazu, in Ruhe zu antworten – ich hole das nach sobald ich wieder etwas Luft habe.
      Liebe Grüße Katrin

      P.S.am 24.10. – hier kann ich ganz normal mit dem k hantieren – sehr mysteriös das Ganze!

    • Katrin Katrin

      Hallo Birgit,
      jetzt ist gerade – etwas unverhofft – ein wenig Zeit und die will ich gleich mal für die Antwort nutzen.
      Leider geht das mit dem ‚k‘ immer noch nicht – das ist schon ganz schön nervig – und ich weiß leider immer noch nicht, woran das liegt.

      Ich hab ein Problem damit, dass Dir nicht alle Bilder gefallen, im Gegenteil, das wäre ja auch wirklich ungewöhnlich. Ich wollte auch einfach mal zeigen, was für mich so alles herausgekommen ist – nicht unbedingt nur die, die mir richtig gut gefallen 😉 , dann wären es deutlich weniger geworden.

      Das Yamaha-Bild gehört allerdings auch zu meinen Lieblingen.

      Der Austausch zwischen Conny und mir ist wohl auch deswegen so gut, weil wir beide bei den eigenen Ideen bleiben können – da passt sich nicht eine an die andere an. Wir sind auch sehr sehr unterschiedlich in der Herangehensweise wie auch in den Bildideen und Absichten – das ist sehr bereichernd für mich, da wirklich immer ein neuer Aspekt dazukommt!

      Ich würde mich freuen, wenn Du Dich nochmal anstecken lässt!

      Liebe Grüße
      Katrin

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